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Buddy and Bello Husky und Kind

Wenn Kinder Angst vor Hunden haben

Kynophobie, die Angst vor Hunden, ist laut Psychologen weit verbreiteter als man denkt. Kann ein Kind nicht mehr allein irgendwo hingehen, besucht Freunde nicht mehr, wechselt panisch die Straßenseite, aus Angst einen Hund zu treffen, ist seine Lebensqualität stark beeinträchtigt. Hier sollten Fachleute zu Rate gezogen werden.

Inhalt

Wie kann Angst vor Hunden bei Kindern überhaupt entstehen?

Ein Auslöser kann ein negatives Erlebnis mit einem Hund sein. Kinder, die wenig oder gar nichts mit Hunden zu tun haben, können schnell verunsichert sein, wenn ein Hund auf sie zuläuft. Auch wenn der Hundehalter sich ins Zeug legt und lautstark hinterherruft „der tut nix, ist ein ganz lieber!“ Der Schreck über diese Situation wird vom Kind individuell bewertet und kann dazu führen, dass es sich generell vor Hunden fürchtet.

Ist der Schreck sehr groß kann daraus ein Trauma entstehen. Auch Unwissenheit über den Umgang mit Hunden oder unsichere Eltern, die panisch auf Hunde reagieren, können dazu beitragen, dass ein Kind dieses Verhalten abspeichert und so ebenfalls Ängste entwickelt. Manchmal werden aber auch von Erwachsenen Bemerkungen gemacht, die das Kind anders auffasst als sie eigentlich gemeint sind und so wird eine Angst unbewusst gefördert. „Pass auf, da kommt ein großer schwarzer Hund, der ist bestimmt gefährlich!“

Man muss also nicht unbedingt einmal gebissen worden sein, um eine Hundeangst entwickelt zu haben.
Ein Kind, das Angst vor Hunden hat, sollte man auf jeden Fall ernst nehmen, seine Unsicherheit respektieren, aber nicht in seiner Angst bestärken.

Wie kann man Kindern helfen, die Angst vor Hunden zu verlieren?

Ein behutsames Annähern und vertraut machen mit dem Lebewesen Hund, kann ein guter Weg sein. Hierbei sind Zeit und Geduld wichtige Bausteine. Für das erste Annähern ist ein ruhiger und souveräner Hund ideal, der den Umgang mit Kindern kennt und mag und nicht schnell gestresst reagiert. Auch kleinere Rassen und Hunde mit hellerer Fellfarbe wirken manchmal weniger bedrohlich auf Kinder als große, dunkle Hunde. Wobei die Hunderasse erstmal nichts über den Charakter und die „Kinderfreundlichkeit“ des Hundes aussagt.

Auch Hunde können Unsicherheiten im Kontakt mit Kindern haben, aufgrund mangelnder oder schlechter Erfahrung. Und es gibt auch Hundepersönlichkeiten, die mit Kindern wenig am Hut haben. Das sollte man akzeptieren und keinen Hund zu einem Kontakt mit einem Kind zwingen. Wichtig bei den ersten Annäherungen mit einem Hund ist also, diese gut zu begleiten. Hund und Kind sollten entspannt sein und jeder den Raum bekommen, den er benötigt.

Denn Beziehungsaufbau benötigt Zeit. Am Anfang reicht es schon, wenn das Kind erst einmal die Gelegenheit bekommt einen Hund aus sicherer Entfernung zu beobachten. Es kann auch hilfreich sein, dem ängstlichen Kind eine Aufgabe zu geben. Über das Einbinden in sinnvollen, vom Erwachsenen begleiteten Tätigkeiten (Wassernapf füllen, Hundehalsband holen u.a.), kann das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt werden. Die ersten Annäherungen sollten zunächst ohne direkten Hundekontakt erfolgen.

Eine gute Möglichkeit, um einen ersten direkten Kontakt zwischen Kind und Hund herzustellen, ist das Arbeiten mit dem „Schleckroller“ oder der Schlecktube. Der Schleckbehälter wird mit einer schmackhaften Flüssigkeit (z.B. Leberwurstwasser) gefüllt. Das Schlecken wirkt auf den Hund regulierend und stressabbauend, ähnlich wie bei einem Baby, dass an seinem Schnuller saugt oder an der Babyflasche nuckelt. Hierbei kann das Kind in aller Ruhe den Hund bei einer ruhigen Aktivität beobachten. Traut es sich schon mehr zu, kann es gemeinsam mit dem Erwachsenen, den Schleckroller festhalten.

Wichtig ist hierbei, dass mit einem Hund geübt wird, der die Schleckbehälter kennt und das „Futter“ sanft ableckt anstatt dabei stürmisch zu sein. Die gemeinsame Interaktion sollte vom Erwachsenen so gestaltet werden, dass der Hund so positioniert wird, dass er jederzeit die Möglichkeit hat aufzustehen und zu gehen, wenn ihm danach ist. Das Kind sollte sich ebenfalls nicht vom Hund begrenzt oder beengt fühlen. Ein gutes Management ist immer unabdingbar, um die Kind-Hund-Sicherheit zu gewährleisten.

Wissen gibt Kindern Sicherheit

Kindgerechte Aufklärung über Hundeverhalten und Hundesprache, ist für Kinder wichtig, um Hunde zu verstehen und so Ängste abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

Gute Literatur kann unterstützend sein, um Kindern mehr Sicherheit zu geben. Wer sich auskennt und Hundeverhalten besser einschätzen kann, hat mehr Kontrolle und kann Situationen, die früher Angst verursacht haben, besser begründen und einordnen.

Lernt das Kind Hunde einzuschätzen und erlebt positive Dinge mit dem Hund, können Ängste abgebaut werden. Selbst für viele Erwachsene ist es sehr spannend, sich mit dem Ausdrucksverhalten ihres Vierbeiners zu befassen. Denn die menschliche und hündische Kommunikation unterscheidet sich in vielen Bereichen. Ein Hund der sich verstanden fühlt und in seinen Bedürfnissen wahrgenommen, ist gerne an der Seite seines Menschen. Das erleichtert den gemeinsamen Alltag ungemein.

Dieser Artikel gibt eine erste Hilfestellung in Bezug auf Ausdrucksverhalten und Kommunikation von Hunden.

Sich vertrauen und einander respektieren

Angst vor Hunden hat also verschiedene Ursachen und es gibt einiges was man tun kann. Jedoch kann ein Kind die Angst vor Hunden nicht einfach so über Nacht verlieren. Das sollte einem bewusst sein. Man benötigt Zeit und Geduld, wenn man Ängste überwinden möchte. Eltern können ihre Kinder auf diesem Weg begleiten, unterstützen und stärken.

Dass Hunde in vieler Hinsicht die Entwicklung eines Kindes positiv beeinflussen können, belegen mittlerweile immer mehr Studien. Sich um einen Hund zu kümmern fördert das Verantwortungsbewusstsein, die sozialen Fähigkeiten, und die Einfühlsamkeit von Kindern. Eine artgerechte Tierhaltung und ein respektvolles Miteinander bildet die Grundvoraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben.  

Es gibt nichts Wertvolleres, als dass Kinder mit einem Hund aufwachsen können.

Claudia Peter-Plum

Claudia Peter-Plum

ist Autorin dieses Artikels und Gründerin von "Dogs & Kids" - sie ist unsere Buddy & Bello Expertin für alle Themen rund um Hunde und Kinder.

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