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Hund und Kind – mit Sicherheit ein gutes Team

Viele Kinder wünschen sich sehnlichst einen Hund. Als Spielgefährten, Kuschelbuddy – vor allem aber als besten Freund.
Hunde sind jedoch kein Spielzeug, sondern Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Wenn Kinder und Hunde gemeinsam in einem Haushalt leben, sollte sich jeder Hundehalter vorab ein paar Gedanken machen.

Kinder wissen nicht von Anfang an wie Hunde “ticken”. Sie agieren häufig aus dem Bauch heraus, handeln intuitiv und aus Hundesicht manchmal unvorhersehbar und unfreundlich. So drücken sie ihre Zuneigung gerne über Umarmungen und Küssen aus oder gehen spontan frontal auf den Hund zu. Ein Hund kann sich dann durch ein Kind bedrängt oder bedroht fühlen und im schlimmsten Fall kann sich hieraus ein Beißvorfall entwickeln. 

Damit es im Alltag nicht zu gefährlichen Situationen zwischen Kindern und Hunden kommt, müssen Kinder im richtigen Umgang mit dem Hund angeleitet und begleitet werden. Lernt ein Kind den Hund zu verstehen, auf seine Befindlichkeit zu achten und vor allem seine Bedürfnisse zu respektieren, dann ist die Basis für ein harmonisches Miteinander geschaffen. 

Hund und Kind können dann unglaublich voneinander profitieren und  besondere Beziehungen miteinander eingehen.

Inhalt

Warum Hunde so gut für Kinder sind

Umfangreiche Studien belegen heute die Wirkmechanismen von Tieren auf den Menschen. Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, haben tendenziell ein besseres Selbstwertgefühl, sind weniger einsam und haben bessere soziale Fähigkeiten. Gerade in unserer heutigen schnelllebigen und digitalen Welt können Hunde eine Art Brücke schlagen und Kinder wieder hinaus in die Natur bringen. Kinder, die mit Hunden zusammenleben, zu denen sie eine gute Beziehung haben, können ihre Empathiefähigkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein vergrößern.

Das Geheimnis dieser besonderen Verbundenheit liegt dabei in der nonverbalen Kommunikation. Unsere Hunde sind Meister darin, uns zu lesen, reagieren auf unsere Körpersprache oftmals sogar lange bevor wir uns selbst unserer Stimmung bewusst sind. 

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Hunde bringen Kinder raus in die Natur. Und das ist nur einer von vielen positiven Effekten von Hunden auf Kinder.
  • Foto: Nina Herr Fotografie

Vor allem kontaktscheue Kinder können über einen Hund Sicherheit und Vertrauen erfahren. Denn der Hund ist vorurteilsfrei und nimmt jeden so an wie er ist. Seine Fähigkeit, unsere momentane Befindlichkeit zu erfassen und darauf zu reagieren ist sicher für viele Hundehalter ein bekanntes Phänomen. Kinder mit „Besonderheiten“, die häufig von ihrer Umwelt negatives Feedback bekommen oder reglementiert werden, erfahren im Hund einen loyalen Partner, dem man alles erzählen kann. Ein Hund kann also besonders für Kinder mit Bindungsproblemen ein wertvoller Unterstützer sein. Durch seine Anwesenheit hat er oft eine beruhigende Wirkung und laut wissenschaftlichen Untersuchungen können Hunde sogar Stress reduzieren.

Hund und Kind - die positiven Aspekte des Körperkontakts

Der Kontakt mit einem vertrauten Hund kann für Entspannung und Glücksgefühle sorgen. Wer kennt nicht das gute Gefühl, nach einem stressigen Tag den geliebten Vierbeiner zu knuddeln und durch sein weiches Fell zu streicheln? Insbesondere Kinder drücken ihre Zuneigung und Liebe zum Hund gerne über Nähe und Körperlichkeit aus. 

Aber auch streicheln will gelernt sein! Nicht jeder Hund möchte immer und überall gestreichelt werden. Der Hund sollte den Freiraum haben selbst zu entscheiden, wann es genug ist. Kinder können vom Erwachsenen im “richtigen streicheln” begleitet werden und man kann gemeinsam herausfinden, was der eigene Hund besonders gerne mag, was er nicht so gerne mag und was vielleicht zu Missverständnissen führen könnte.

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So bitte nicht! Lieb gemeinte Umarmungen könnte ein Hund missverstehen. Dieses Bild zeigt einen Hund, der sich unwohl fühlt. Um seinem Hund seine Zuneigung zu zeigen, sollten besser andere Ausdrucksformen gewählt werden.

Körperkontakt zu unseren Vierbeinern ist  also etwas ganz Besonderes und kann den Zusammenhalt und die Bindung zwischen Hund und Kind fördern. Wichtig ist, dass das für beide Parteien in einem entspannten Rahmen stattfindet und sich beide wohl fühlen. Dann kann streicheln eine beruhigende Wirkung haben! Hierbei spielt das sogenannte “Kuschelhormon Oxytocin” eine zentrale Rolle. Die Interaktion mit einem Hund, vor allem, wenn es sich um einen vertrauten Hund handelt, erhöht die Ausschüttung von Oxytocin und reduziert das Stresshormon Cortisol.

Hund und Kind - warum kommt es zu Beißvorfällen?

Trotz der vielen positiven Aspekte und gesicherten Erkenntnisse zum positiven Einfluss des Hundes auf Kinder tauchen in den Medien immer wieder Berichte über Beißvorfälle von Hunden gegenüber Kindern auf. In der Öffentlichkeit ist derzeit eine Stimmung wahrnehmbar, die geprägt ist aus Vorurteilen, Informationsdefiziten und allgemeiner Verunsicherung. 

In einer Metaanalyse relevanter Primärstudien erfasste Dr. Hans Mosser Risikofaktoren und Indikatoren eines potentiellen “Hundeunfalles”. Er stellte fest, dass der Hund in 79,5 % dem kindlichen Unfallopfer bekannt war und in 64% der Fälle die Bissverletzung durch den eigenen Familienhund im eigenen Haushalt verursacht wurde. Bei mehr als 50% der Bissverletzungen waren Erwachsene anwesend, ohne jedoch bewusst auf Hund und Kind zu achten. 

Unfälle mit Hunden stellen also ein komplexes Geschehen dar. Die eine Ursache gibt es nicht. Es kommen verschiedene Schlüsselfaktoren wie Situation, Hund, Halter, Züchter, und Unfallopfer zum Tragen. Hierbei spielt das Verhalten des Kindes basierend auf seinem Entwicklungsalter eine Rolle. Auch das Verhalten des Hundes ist ein wichtiger Faktor im Hinblick auf seine Frustrationstoleranz bzw. Aggressionsschwelle. Wie gelassen ist der Hund? Wie lange warnt er durch seine Körpersprache vor, bevor er deutlicher wird und zubeißt? Eine weitere Rolle spielt das Verhalten des Hundehalters basierend auf seinen Kenntnissen über Hundeerziehung und Hundeverhalten sowie die Erziehung durch den Hundehalter und die aktuellen Lebensumstände des Hundes. 

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Ein Hund beißt nicht einfach zu. Er sendet in der Regel deutliche Warnsignale. Hier kommt die Hand von oben, was dem Hund deutlich unangenehm ist - er fletscht warnend die Zähne.

(Wie) kann man Beißvorfällen vorbeugen?

Zunächst einmal ist es wichtig, sich darüber bewusst zu sein, dass normalerweise ein Hund “nicht einfach so” zubeißt. In der Regel versuchen Hunde v o r  einem Biss mit verschiedenen Verhaltensweisen zu zeigen, dass sie sich unwohl fühlen und Abstand benötigen. Wenn die Kommunikation des Hundes übersehen, nicht beachtet oder sogar unterbunden wird, muss der Hund deutlicher werden. Beißen ist das letzte Mittel der Wahl. Damit es im Zusammensein mit unseren Hunden nicht zu gefährlichen Situationen kommt, liegt der Schlüssel in präventiven Maßnahmen. 

Hierbei richten wir den Fokus auf 4 wichtige Säulen:

Wissensvermittlung über Hundeverhalten, Vermittlung von Umgangsregeln zwischen Hund und Kind

Eltern zeigen oft ein erschreckendes Ausmaß an Unwissenheit im Hinblick auf Hundeverhalten. Häufig besteht ein Mangel an Kenntnissen über das Ausdrucksverhalten des Hundes und vor allem darüber, wie Stresssignale beim Hund aussehen können und wie man darauf reagieren sollte. Eltern sollten sich bewusst sein, dass Kinder und Hunde im gemeinsamen Zusammenleben bestimmte Umgangsregeln benötigen und dass diese dem Hund als auch dem Kind Orientierung und Sicherheit bieten.
Die Anwesenheit der Eltern und die Begleitung des Kindes im Umgang mit dem Hund ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen, um das Risikoverhalten von Kindern zu reduzieren!

Welche frühen Erfahrungen hat mein Hund gemacht? Wie ist das Verhalten meines Hundes einzuschätzen vor allem unter Einfluss von Stress? 

Die ersten 16 Wochen sind für Welpen von enormer Bedeutung und sie haben einen großen Einfluss auf das spätere Sozialverhalten und die Alltagstauglichkeit des Hundes. In der sogenannten “sensiblen Phase” lernen unsere kleinen Vierbeiner bereits für ihr späteres Leben. EIne gute Kinderstube, die dem jungen Hund verschiedenste Reize bietet, ist fundamental für sein zukünftiges Leben im Familienverbund. Ein Hund, der in dieser Phase angemessen viele Erfahrungen gemacht hat, wird sein Leben lang darauf zurückgreifen können.

Im Hinblick auf “unprovozierte Beißunfälle” weisen Studien darauf hin, dass der Hund bereits lange vorher durch inadäquat aggressives Verhalten bekannt war. Eine Erfassung “auffälliger” Hunde und entsprechende Auflagen wie erweiterte Sachkunde und Training kann in der Prävention wirksam sein. Auffällig in allen Studien, die sich mit den Ursachen von Beißvorfällen beschäftigen, ist die Betonung, dass die Rasse eines Hundes in keinem Kausalzusammenhang zu einem Beißunfall steht, sondern stets nur der individuelle Hund!  Entgegen üblicher politischer Meinung spielt die Hunderasse also keine Rolle als Ursache für eine Hundebissverletzung! 

Übrigens: Listenhunde reagieren nicht aggressiver als andere Hunde! Das Ergebnis einer Dissertation der Freien Universität Berlin zeigt: Es gibt keine Hunderasse, die statistisch mehr beißt im Vergleich zu anderen Hunderassen. 

Vermittlung eines respektvollen Umgangs mit dem Lebewesen Hund, Wissensvermittlung zum Thema Körpersprache Hund, Vermittlung von Verhaltensregeln 

Hundebiss-Unfälle entstehen häufig durch Provokation oder Bedrängen des Hundes, absichtlich oder unabsichtlich. Die Gefahr dieser Situation liegt häufig in der fehlenden Aufsicht oder dem fehlenden rechtzeitigen Einschreiten des Erwachsenen.  Denn Kleinkinder agieren häufig impulsiv, aus dem Bauch heraus und sind so für einen Hund nicht immer einschätzbar. Da kann es schon mal zu Missverständnissen in der Kommunikation kommen und der Hund kann sich durch das Kind bedrängt und/oder bedroht fühlen. Eine Beratung und Schulung von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter, abgestimmt auf deren Entwicklung, ist von entscheidender Bedeutung. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass Kinder unter 7 Jahren noch nicht in der Lage sind, das Ausdrucksverhalten des Hundes in seiner Komplexität selbständig einzuschätzen und zu interpretieren. Sie benötigen hierbei die Hilfe und Begleitung eines Erwachsenen. 

 

Wissensvermittlung über die Wichtigkeit einer stabilen Mensch-Hund-Beziehung sowie über bindungsfördernde Maßnahmen 

Hunde, die in ihrem Menschen keine Verlässlichkeit erfahren, sich in ihrer Kommunikation nicht gehört oder verstanden fühlen, können daraus lernen Situationen selber zu regeln, vor allem dann, wenn sie sich bedroht oder bedrängt fühlen. Übersieht der Mensch die kommunikativen Signale des Hundes oder verbietet dem Hund sogar zu kommunizieren, indem er ihm beispielsweise das Knurren untersagt, kann der Hund dazu übergehen deutlicher zu werden indem er beißt. Hunde brauchen Sicherheit. Dazu zählt, dass der Mensch, als sozialer Bindungspartner den Vierbeinern in neuen, ungewohnten Situationen begleitet und vielleicht auch mal in unangenehmen Situationen für den Hund mitdenkt und Entscheidungen trifft. Einander vertrauen und sich aufeinander verlassen können, ist nicht nur zwischen Mensch und Mensch sondern auch zwischen Hund und Mensch essentiell.  

Ein wichtiger Faktor im Zusammenleben mit unseren Vierbeinern ist also die individuelle Mensch-Hund-Beziehung. Wollen Mensch und Hund harmonisch zusammenleben, muss der Mensch die Rolle des besonnen Verantwortlichen übernehmen und derjenige sein, auf den sich der Hund verlassen und an dem er sich orientieren kann. Den eigenen Hund verstehen und lesen zu können ist die Grundlage für eine gute Mensch-Hund-Beziehung. 

 

Gibt es den "perfekten Familienhund"?

In unserer heutigen Gesellschaft werden hohe Erwartungen an einen Kinder- bzw. Familienhund gestellt. Der „perfekte“ Familienhund ist für viele der, der sich gut mit Kindern versteht und ihnen plötzliche Wildheit oder unbeherrschte Bewegungen und Verhaltensweisen nachsieht. 

Nach Möglichkeit soll er auch aufpassen und bellen, wenn Unbefugte die häusliche Umgebung betreten. Natürlich steht an oberster Stelle, dass der Hund gut erzogen ist und gut hört. Auf dem Weg zum Kindergarten soll er genauso dabei sein, wie beim jährlichen Familienurlaub oder abendlichen Restaurantbesuch. Auf Spaziergängen ist es selbstverständlich, dass er sich mit anderen Vierbeinern versteht und mit vorbeifahrenden Menschen auf dem Fahrrad kein Jagdspiel veranstaltet.       

Kann ein Hund diese Erwartungen überhaupt erfüllen?                      

Wer einen Hund halten möchte und vor allem einen Familienhund sucht, der sich möglichst perfekt in das Familienleben integriert, muss sich im Vorfeld mit dem Thema auseinandersetzen. Was erwarten wir als Familie von unserem zukünftigen Hund? Was für eine Familie sind wir? Wie alt sind unsere Kinder und gibt es schon Aufgaben, die sie mit übernehmen können? Vor allem der Zeitaspekt sollte gut bedacht sein. Nichts ist schlimmer, als wenn der geliebte Vierbeiner wieder abgegeben werden muss, weil er bestimmte Erwartungen nicht erfüllen konnte, es Probleme gibt oder man feststellt, dass der Zeitaufwand und die Erziehung des Hundes einfach unterschätzt wurde.

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Den "perfekten Familienhund" gibt es nicht - ein Hund muss zu seinem Menschen und seiner Familie passen.

Die Eignung eines Hundes, sich harmonisch in eine Familie mit Kindern einzufügen, hängt von vielen Faktoren ab. Jeder Hund ist ein Individuum so wie jeder Mensch ein Individuum ist. Ein Hund muss zu seinem Menschen und der Familie passen! Hunde unterscheiden sich nicht nur in Größe und Aussehen, sondern grundlegend auch in ihren Rasseeigenschaften, Charaktereigenschaften und Bedürfnissen. Jeder Hundehalter sollte also wissen, mit welchem „Typ Hund“ er eigentlich zusammenlebt. Wichtig sind darüber hinaus Sozialisation, Prägung und Erziehung. 

D E N perfekten Familienhund gibt es somit nicht und man kann ihn sich auch nicht backen. Ob Hund und Mensch zueinander passen und ob der Hund mit Kindern zurechtkommt, hängt mit davon ab, wie der Mensch „die Weichen“ stellt. Hunde müssen lernen gute Familienhunde zu werden und das am besten von Anfang an, auch wenn noch keine Kinder da sind. 

Es gibt aber auch Hundepersönlichkeiten, die mit Kindern nicht viel anfangen können und die Distanz wahren möchten. Das sollte man akzeptieren und keinen Hund zu einem Kontakt mit einem Kind zwingen.

Hund und Kind - Vorbereitung ist alles

Hunde, die mit Kindern zukünftig in einem Haushalt leben sollen, kann man bereits als Welpe in vielem vorbereiten. Für einen Welpen ist es wegweisend, dass er in der sogenannten Sozialisierungsphase behutsam die Welt kennenlernt und sich an verschiedenste Reize gewöhnt, die später im Alltag auf ihn zukommen werden. Entscheidend ist, dass Hunde in ihrer frühen Entwicklung Kinder als Sozialpartner kennenlernen und viele positive Erfahrungen mit Kindern sammeln. Alles, was der Welpe in dieser Zeit lernt, gehört im Grunde als selbstverständlich zu seinem Leben dazu. 

Im Zusammenleben mit dem Menschen und vor allem mit Kindern sollte bereits der junge Welpe ein paar Spielregeln lernen. Auch wenn ein Welpe so unglaublich niedlich ist und man ihm doch alles verzeiht, ist es für einen jungen Hund besonders wichtig zu lernen, wie wir Menschen “ticken” und worin auch die Unterschiede im Umgang zu seinen Hundekumpanen liegen. Welpen müssen lernen, wie empfindlich menschliche Hände sein können. Das kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Die sogenannte Beißhemmung beim Hund ist angeboren, aber wie gut der Hund sie ausprägen kann liegt an uns Menschen. Der Hund lernt durch die menschliche Reaktion was zu doll ist und was richtig ist . Das Erkunden mit dem Hundemaul ist für Hunde von besonderer Bedeutung. Für einen Hund ist das Maul auch die Möglichkeit sehr zärtlich mit seinem Gegenüber zu sein. Hunde untereinander tauschen gerne “Schnauzenzärtlichkeiten” aus, indem sie sich gegenseitig beknabbern. Auch im Kontakt mit seinem Menschen kann der Hund über sein Maul Zärtlichkeiten austauschen. 

Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass ein Alltag mit Kindern auch mal turbulent sein kann und gerade junge Kinder häufig impulsiv und unbedacht handeln. Hier ist es besonders wichtig, dass der Hund gelernt hat, wie man vorsichtig genug agiert, um niemanden zu verletzen.

Familienzuwachs

Wenn ein Baby in die Familie kommt, bedeutet das für den Hund oft eine große Veränderung. Babygeschrei, ein veränderter Tagesablauf und viel Aufmerksamkeit für den Neuankömmling. Hilfreich ist es, den Vierbeiner auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten. So kann die Schwangerschaft genutzt werden, um alte Gewohnheiten zu überdenken, eventuell zu verändern und Neues zu trainieren. 

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Bereits in der Schwangerschaft kann man den Hund auf den neuen Familienzuwachs vorbereiten und Neues trainieren.

Sinnvoll ist es, das Kinderzimmer als Tabuzone für den Hund zu erklären, die der Hund nur betreten darf, nachdem er dazu aufgefordert worden ist. Auch die Krabbeldecke sollte stets eine Tabuzone sein. Andersherum ist es für den Hund enorm wichtig, dass er einen Platz hat, an dem er sich zurückziehen kann und ungestört ist. Hundedecke und Hundekorb sind für das Baby und spätere Kleinkind/Kind tabu! Die Motorik unserer Babys ist noch sehr unausgereift und Babys akzeptieren noch kein “,Nein”. So kann sich schnell mal das Kinderhändchen im Fell verfangen oder sich explorierend ein Finger in Auge oder Nasenloch vom Hund bohren! Hier ist der Mensch gefragt, auf den der Hund sich verlassen kann und der darauf achtet, dass Hund und Baby keine ungeplanten und unangenehmen Kontakte miteinander haben. 

Manchmal brauche ich einfach meine Ruhe!

In einem Haushalt mit Kindern kann es ganz schön turbulent zugehen, da ist es für unsere Vierbeiner besonders wichtig, dass sie einen Platz haben, an dem sie sich entspannen können und sicher fühlen. Kinder sollten lernen und wissen, dass der Hund auf seinem Platz nicht gestört werden darf. Das ist vor allem wichtig, wenn das Kind anfängt mobil zu werden und zu krabbeln. Die Bereiche, in denen der Hund frisst, sich ausruht und schläft, sollten für das Kind tabu sein.

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Jeder Hund braucht einen Rückzugsort, an dem er sich ungestört entspannen kann. Dieser sollte für Kinder tabu sein.

Sind die Kinder noch zu jung, um sich an aufgestellte Regeln halten zu können, ist es unerlässlich, dass der Erwachsene darauf achtet, dass der Hund seine nötige Ruhe bekommt und das Krabbelkind nicht plötzlich mit im Hundekörbchen des Hundes sitzt. Die Eigenschaften einer idealen Ruhezone sind so vielfältig wie unsere Hunde selbst. Wichtig ist, dass der Hund sich dort wohl fühlt und abschalten kann. Das Gewöhnen eines Hundes an einen Kennel (Hundebox) kann im Alltag sehr hilfreich sein. Vor allem junge Kinder registrieren diese visuelle Begrenzung als klaren Rückzugsort für den Hund. Auch Kindergitter sind im Alltag unterstützend, wenn sie für den Hund positiv verknüpft werden. Der Hund wird schnell lernen, dass er hinter dem Kindergitter seine Ruhe hat. 

Ein Hund, der sich in seinem Setting wohlfühlt und entspannt ist – eben weil er die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen –  hat wenig Motivation zu schnappen oder zu beißen. 

Hygiene und Hund

Hunde können aus gesundheitlicher Sicht eine sehr positive Wirkung auf Kinder haben. Das kindliche Immunsystem kann durch den vierbeinigen Freund gestärkt werden. Hunde motivieren Kinder sich zu bewegen, nach draußen zu gehen und frische Luft zu tanken. Da haben unsere Hunde den Erwachsenen einiges voraus, denn in unserer heutigen digitalen Welt ist es gar nicht so einfach, die Kids von der Playstation oder dem Handy wegzulocken. 

Damit Kinder den Kontakt und die Nähe zu ihrem vierbeinigen Freund auch unbeschwert genießen können, müssen einige hygienische Grundregeln beachtet werden. Als wichtige Hygienemaßnahmen empfiehlt Dr. Andreas Schwarzkopf, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und Sachverständiger für Krankenhaushygiene aus Bad Bocklet, das Händewaschen nach dem Tierkontakt und vor dem Essen, das Vermeiden von Schnäuzchen küssen sowie eine gute Gesundheitsvorsorge für das Tier, wie Impfungen und regelmäßige Entwurmungen.

Leben Hund und Kind in einem Haushalt, sollte es aus hygienischer Sicht selbstverständlich sein, dass der vierbeinige Freund im Hundekörbchen seinen Platz hat und nicht im Bett des Kindes. Denn einige Parasiten beim Hund sind auch auf dem Menschen übertragbar, wozu z.B. Giardien und Würmer zählen. Im Hinblick auf die sogenannten Zoonosen, ist also eine sinnvolle Entwurmungs-Strategie besonders wichtig und der Hund sollte regelmäßig auf Ektoparasiten wie Läuse oder Zecken untersucht werden. Auch die Fellpflege gehört mit zur Hygiene. Hierbei können Kinder in Begleitung der Eltern wunderbar mit einbezogen werden. Da es beim Spielen mit dem Hund immer mal zu Kratzwunden kommen kann, ist für alle Familienmitglieder eine Impfung gegen Tetanus ratsam. 

Der Hund aus dem Tierheim

Spielt man mit dem Gedanken einen Hund aus dem Tierheim in den Familienverband aufzunehmen, sollte man vorab einige Informationen einholen.

Welche Vorerfahrungen hat der Hund mit Kindern gemacht?  Sind diese positiv oder negativ geprägt worden? Das Vorleben von Tierheimhunden ist nicht immer bekannt, das sollte einem bewusst sein. Hat ein Hund negative Erfahrungen mit einem Kind gemacht, kann das den Hund so geprägt haben, dass ein zukünftiges Leben mit Kindern für den Hund mit viel Stress verbunden sein kann. Eine gute Begleitung und Beratung ist hier essentiell. Tierheimhunde haben auch in Familien mit Kindern eine zweite Chance verdient, benötigen hierbei aber Menschen, die sich mit viel Geduld, Fachwissen und liebevoller Führung ihrer annehmen. Prof. Bubna-Littitz, von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, empfiehlt bei der  Übernahme eines Tierheimhundes in eine Familie mit Kind, das Verhalten des Hundes Kindern gegenüber vor einer etwaigen Übernahme eindeutig zu überprüfen. Ethnologin Dr. Dorit Feddersen-Petersen würde von einer Übernahmen eines Tierheimhundes abraten, wenn beim zukünftigen Besitzer keine profunde Sachkunde vorhanden ist. 

Verstehst du mich? Die Sache mit der Kommunikation

Das einander Verstehen ist die Voraussetzung für jede gute Beziehung auch für diejenige zwischen Mensch und Hund.

Im Zusammensein von Hund und Kind spielt das Thema „Kommunikation“ eine wichtige Rolle. Hunde und Menschen kommunizieren auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Hunde verständigen sich primär nonverbal. Sie drücken ihre Befindlichkeit vor allem über körpersprachliche Signale aus.
Wir Menschen verständigen uns in erster Linie verbal und setzen unterstützend unsere Körpersprache ein. Im Tierreich ist die körpersprachliche Kommunikation selbstverständlich. Für das soziale Zusammenleben mit unseren Vierbeinern ist das richtig lesen können dieser optischen Zeichen elementar wichtig. Denn wenn wir uns als Hundehalter nicht bemühen, die Sprache unserer Hunde zu verstehen, kann das unweigerlich zu einer Kette von Missverständnissen führen. 

Den Hund “lesen zu lernen”, sich mit seiner Kommunikation vertraut zu machen, ist ähnlich wie mit dem Lernen einer Fremdsprache. Es bedarf einiger Übung, aber nach einiger Zeit merkt man, dass man sein Gegenüber besser verstehen und einschätzen kann. 

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Wer noch mehr über das Thema “Hundekommunikation” lernen möchte, dem empfehlen wir das Buch “Verstehen, Staunen, Trainieren, Entdecken” *

Wer mit einem Hund zusammenlebt, sollte motiviert und bereit sein, sich mit der “Sprache des Hundes” zu beschäftigen und sie zu lernen. Ein Hund der sich verstanden fühlt, kann Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen und sich bei ihm sicher fühlen. 

In unserer Gesellschaft ist die Annahme, dass ein wedelnder Hund immer ein freundlicher Hund ist, noch weit verbreitet. Dass das ein großer Irrtum ist und zu gefährlichen Situationen führen kann, wird manchem zu spät bewusst. Hundekommunikation ist komplex. Der Gesamteindruck der einzelnen Körpersignale des Hundes und der gesamte Kontext ist entscheidend. So spiegelt das Wedeln mit dem Schwanz zunächst einmal nur eine gewisse Erregung des Hundes wider und sollte im gesamten Kontext betrachtet werden.

Zum Ausdrucksverhalten des Hundes zählen:

  • Körper- und Beinhaltung
  • Körperspannung
  • Art und Weise der Körperbewegung
  • Lokomotion (Formen der Fortbewegung, Laufen, Gehen...)
  • Schwanzbewegung
  • Schwanzhaltung
  • Kopfhaltung
  • Aufgestellte/angelegte Rückenhaare
  • Mimik (Mundwinkel, Nasenrücken, Stirnrunzeln, Maul, Lippen)
  • Ohrenhaltung- und Stellung

Wichtig! Die Vielzahl der Signalmöglichkeiten sollten in ihrer Gesamtheit gesehen werden unter Beachtung der anatomisch und rassebedingten Möglichkeit des Hundes sich zu verständigen.

Als präventive Maßnahme ist es sinnvoll, Kinder auf kindgerechte und ansprechende Weise mit der Körpersprache des Hundes vertraut zu machen. Dafür empfehlen wir die Arbeitsmaterialien von “Dogs & Kids”, die hier bestellt werden können.

  • Die Hundezeichnungen gehören zu den Arbeitsmaterialien von Dogs & Kids

Missverständnisse in der Kommunikation

Es sind die kleinen Irrtümer im Allgemeinwissen über Hunde, die zu Verständigungsschwierigkeiten- und zu gefährlichen Situationen führen können:

Das Schwanzwedeln eines Hundes ist grundsätzlich ein Zeichen der Erregung und kann aus Freude, Stress aber auch Angst gezeigt werden.  Die Aussage „ein Hund, der mit der Rute wedelt, ist freundlich“ ist so nicht korrekt und kann zu gefährlichen Situationen im Alltag führen!

Diese Redensart dürfte jedem geläufig sein, ist aber völlig absurd! Bellen ist eine Lautäußerung des Hundes und kann verschiedenste Gründe haben. Die gesamte Körpersprache und der Gesamtkontext müssen beobachtet werden. Das Bellen kann freudig motiviert sein, kann aber auch als letzte Warnstufe eingesetzt werden.

Jeder Hund ist individuell und hat spezifische Rasseveranlagungen über die man Bescheid wissen sollte. Alle Hunde, egal welcher Rasse sie angehören, müssen erzogen werden und lernen, in einer Familie mit Kindern zu leben. Das ist keinem Hund angeboren!

Ein Kind das Angst vor Hunden hat, bleibt in der Regel bei einer Begegnung mit einem Hund steif stehen und starrt dem Hund in die Augen. In der Hundesprache aber auch in unserer menschlichen Sprache bedeutet das „sich versteifen“ und „anstarren“ eine deutliche Drohgebärde. Ein Hund kann das als Bedrohung auffassen und zur Verteidigung übergehen.

Wenn ein Kind auf einen Hund zugeht und ihm die Hand hinhält, könnte das bereits auf den Hund bedrohlich wirken und im schlechtesten Fall mit einer Bissverletzung enden. Sicherer ist es immer, den Hund zu sich kommen zu lassen. Der Hund sollte den Freiraum haben selbst zu entscheiden, ob er Kontakt aufnehmen möchte oder nicht.

Kinder drücken ihre Zuneigung und Liebe zum Hund gerne über feste Umarmungen und Festhalten aus. Das Umarmen und Festhalten kann für den Hund unangenehm sein und als Drohgeste aufgefasst werden. Viele Hunde haben gelernt, dass Menschen anders ticken und dulden es mit einer Leidensmiene. Gefährlich wird es, wenn ein Hund nicht gut sozialisiert ist und in die Offensive geht.  

Beschwichtigungssignales des Hundes

In der Regel gehen Hunde Ärger aus dem Weg. Sie wollen keinen Streit, keinen Kampf, sondern sind auf Harmonie im Zusammenleben aus. Deshalb gibt es bei Hunden die sogenannten Beschwichtigungssignale, die dazu dienen, Spannungen abzubauen und Konflikte effektiv zu entschärfen. Die aus Norwegen stammende Hundetrainerin und -expertin Turid Rugaas prägte Ende der 80er Jahre den Begriff „Beschwichtigungssignale“ („Calming Signals“). Zu den häufig gezeigten Signalen gehören das Gähnen, Kopf abwenden, Bewegungen verlangsamen (Trödeln), Nase lecken/Mund lecken, sich kratzen. All diese Signale sind immer situationsbedingt zu sehen und werden nicht nur beschwichtigend eingesetzt. Denn natürlich gähnen Hunde auch, wenn sie müde sind oder lecken sich nach einer schmackhaften Wurst über den Fang.

Wenn doch alles so einfach wäre

Wer mit Hund und Kind zusammenlebt sollte bemüht sein, die Körpersprache des Hundes lesen zu können, um so beschwichtigendes Verhalten zu erkennen. Wie fühlt sich mein Hund in der aktuellen Situation? Braucht er meine Unterstützung? Ein achtsames Miteinander kann vielen Problemen vorbeugen. 

Aber wir Menschen sind manchmal schwer von Begriff und achten häufig nicht auf das, was unser Hund uns sagen möchte oder wir interpretieren die Befindlichkeit unseres Hundes falsch und bewerten z.B. das Wegdrehen des Kopfes unseres Hundes als Sturheit und Maßregeln ihn dafür.

Nicht jeder Hund genießt Kinderkontakt, vor allem kleine Kinder können für viele Hunde eine enorme Stressbelastung darstellen. Hier hat die individuelle Mensch-Hund-Beziehung und die Art der Bindung zum Hundehalter einen erheblichen Einfluss darauf, wie hoch die Stressbelastung für einen Hund in einer bestimmten Situation ist. 

Hunde brauchen also einen Menschen, an dem sie sich orientieren können, der Verantwortung übernimmt und im Alltag ein Vorbild ist. Dazu gehört, dass der Mensch stressige Situationen für den Hund erkennt und ihm zur Seite steht. Fühlt der Hund sich allein gelassen, kann er dazu übergehen, Situationen selbst zu regeln. Ein Hund wird sich in kritischen Situationen, die aus Hundesicht Klärung bedürfen auch hündischen Maßnahmen bedienen. 

Hunde haben keine Hände, mit denen sie ein Kind wegstoßen könnten und sie können auch nicht sagen, dass es aufhören soll. Um sich zu wehren haben Hunde nur ihre Zähne. Es ist die Aufgabe der Eltern, Kinder im Umgang mit Hunden gut zu beobachten und dafür zu sorgen, dass der Hund in Ruhe gelassen wird, wenn er sich nicht mehr wohl fühlt.

Grundlagen für ein harmonisches Zusammenleben von Kind und Hund

Sich mit der Hundesprache auszukennen ist die eine Sache, aber da wäre noch die Sache mit der Erziehung.

Genauso wie wir unsere Kinder gewaltfrei erziehen sollten, ist auch die Erziehung unserer Hunde über positive Verstärkung sehr wirksam. Das beinhaltet liebevolle und konsequente Erziehung, mit klarer Kommunikation, sinnvollen Grenzen und Regeln. Ein harmonisches Miteinander von Zwei- und Vierbeiner fordert also Regeln, die der Hund, aber auch das Kind erlernen muss.  

Kinder nehmen im Haushalt mit einem Hund eine besondere Rolle ein. Bei Kindern bis zur Pubertät ist es fraglich wie der Hund das Kind wahrnimmt. Der Hund spürt genau, dass ein junges Kind noch nicht seine Belange durchsetzen kann. Konsequenz und souveränes Verhalten fehlen jüngeren Kindern einfach noch. Daraus ergibt sich, dass der Erwachsene die Regeln für den Hund vorgibt, ausführt und vor allem für die Erziehung des Hundes verantwortlich ist. Und nicht das Kind. Regeln sind wichtig für den gemeinsamen Alltag und geben Sicherheit und Struktur. Kennen Hunde und Kinder keine Regeln und Grenzen, so sind Konflikte im Zusammenleben vorprogrammiert.

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Das Spaziergengehen/Führen des Hundes mit kleinen Kindern sollte immer in Begleitung eines Erwachsenen stattfinden.
  • Foto: Nina Herr Fotografie

Auch Hunde testen, vor allem in ihrer pubertären Phase, Grenzen aus und wollen wissen was erlaubt und was verboten ist. Gerade hier ist ein festes Regelwerk sinnvoll, gibt Orientierung und ist eine gute Grundlage für ein entspanntes und glückliches Hundeleben. 

So gehört auf die „To-Do-Liste“ des Hundehalters, dass er seinen Hund mit liebevoller Konsequenz durchs Leben führt und eine sichere Anlaufstelle ist. Hunde brauchen einen Menschen, dem sie vertrauen können – eine zuverlässige und vorhersehbare Bezugsperson.

Beißvorfälle vermeiden - Prävention statt Konfrontation

Eltern haben die Aufgabe, Kindern altersentsprechend die Umgangsregeln mit dem Familienhund zu vermitteln und sie zu einem respektvollen Umgang mit Tieren zu erziehen. Damit Kinder lernen, ihren eigenen, aber auch fremde Hunde besser zu verstehen, ist es unabdingbar, dass sie mit der Sprache der Hunde vertraut gemacht werden.

Was können Eltern tun?

  • Oberste Priorität: Kleinkinder und Hunde nie ohne Aufsicht lassen!
  • Babys, Kleinkinder sowie Kinder bis zu einem Alter von 8 bis 12 Jahren sollten nur unter Aufsicht mit Hunden zusammen sein!
  • Kinder zu einem respektvollen Umgang mit Hunden erziehen
  • Kinder auf kindgerechte Weise mit der Hundesprache und den daraus resultierenden Regeln vertraut machen
  • Den Hund souverän durchs Leben führen

Regeln für Kinder

Die frontale Annäherung könnte den Hund verunsichern. Höflich ist es, wenn du dich seitlich, in einem Bogen auf den Hund zubewegst.

Das Anstarren könnte der Hund als Bedrohung auffassen und ihn verunsichern. Schaue besser seitlich am Hund vorbei.

Der Hund sollte selbst entscheiden dürfen, ob er Kontakt aufnehmen möchte oder nicht. Du kannst ihn zu dir locken, indem du ihn ansprichst. Akzeptiere, wenn der Hund keine Annäherung möchte.

Jeder Hund möchte sich mal zurückziehen und benötigt einen Platz, an dem er nicht gestört wird. Der Liegeplatz des Hundes (Körbchen/Decke) ist für dich tabu.

Vielen Hunden ist es unangenehm, wenn sie von oben über den Kopf gestreichelt werden. Am Liebsten mögen sie es seitlich am Hals und/oder unter der Brust. (Jeder Hund ist individuell und hat seine Vorlieben oder Abneigungen)

Der Hund kann sich bedrängt fühlen und das Überbeugen als unangenehm empfinden.

Kaum ein Hund mag es, feste umarmt und geküsst zu werden. Das Umarmen und küssen kann ein Hund als gefährliche Situation für sich interpretieren und entsprechend mit Abwehrverhalten reagieren.

(Achtung! Kinder haben meist ihr Gesicht in unmittelbarer Höhe der Hundeschnauze!)



Hunde haben keine Hände und verteidigen in der Regel ihren Besitz mit den Zähnen. Das kann gefährlich werden.

Ein Hund benötigt seine Ruhe beim Fressen. Futter ist eine wichtige Ressource für den Hund, die er auch verteidigen würde. Halte immer Abstand, wenn ein Hund frisst.

Das Weglaufen kann den Jagdtrieb des Hundes auslösen. Ein Hund mit einer niedrigen Reizschwelle und einer Tendenz zu jagdlichem Verhalten kann das Kind verfolgen, im schlimmsten Fall stellen, anspringen und beißen. Versuche ruhig stehen zu bleiben, nicht mit den Armen zu fuchteln und den Hund nicht anzuschauen. In der Regel verliert der Hund schnell das Interesse an dir.

Gehe immer in Begleitung eines Erwachsenen mit dem Hund spazieren. Bist du allein, können Situationen entstehen, in denen du auf die Hilfe eines Erwachsenen angewiesen bist.

Gehe immer freundlich mit einem Hund um und achte auf seine Körpersprache. Ein Hund der sich verstanden fühlt, ist gerne an der Seite seines Menschen und fühlt sich bei ihm wohl.

DOGS & KIDS Hunderegeln/Piktogrammkarten für Kinder: Das solltest du nicht tun! So verhältst du dich richtig!

Ein respektvolles Miteinander und das Beachten der Individualdistanz des Hundes ist die beste Voraussetzung für ein harmonisches Zusammensein von Hund und Kind.

Hund und Kind - eine Freundschaft für's Leben

Eine Freundschaft zu einem Vierbeiner ist etwas ganz Besonderes. Sie baut auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt auf. Einander verstehen, sich respektieren und voneinander lernen. Es gibt nichts Wertvolleres, als dass Kinder mit einem Hund aufwachsen können. Wer ja zu Hund und Kind sagt, sollte sich seiner Verantwortung bewusst und bemüht sein, Kindern in einem respektvollen Umgang mit dem Hund anzuleiten. 

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“Ein verständnisvolles und respektvolles Miteinander erzeugt Vertrauen und ist die Basis für eine wunderbare Mensch-Hund-Freundschaft.”
Claudia Peter-Plum

Claudia Peter-Plum

ist Autorin dieses Artikels und Gründerin von "Dogs & Kids" - sie ist unsere Buddy & Bello Expertin für alle Themen rund um Hunde und Kinder

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