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Corona und Hund. Kleiner Hund hat die Pfoten auf einem Schild, das sagt

Corona und Hund – das Update

Der Herbst ist da und mit ihm steigende Corona Zahlen. Neben den klassischen Tests für Reiserückkehrer an europäischen Flughäfen werden neuerdings auch Hunde eingesetzt. In Helsinki startete letzte Woche diesbezüglich ein Pilotprojekt. Welche neuen Erkenntnisse gibt es zu Corona und Hund ein halbes Jahr nach Ausbruch der Pandemie und was gilt nach wie vor?

Inhalt

Pilotprojekt mit "Corona-Schnüffelhunden" am Flughafen von Helsinki

Wie die New York Times berichtet, wird Reisenden, die am Flughafen von Helsinki ankommen, wird ein freiwilliger Coronavirus-Test angeboten. Dieser dauert 10 Sekunden, ohne dass ein unangenehmer Nasentupfer erforderlich ist. Der Test wird von einem Hund durchgeführt.

Am Mittwoch begannen einige speziell trainierte finnische Hunde ihre Arbeit am finnischen Flughafen im Rahmen eines Pilotprogramms. Dieses zielt darauf ab, Infektionen anhand des Schweißes zu erkennen, der auf Tüchern von ankommenden Passagieren gesammelt wurde.

In den letzten Monaten haben internationale Flughäfen verschiedene Methoden zur Erkennung des Corona Virus bei Reisenden eingeführt, darunter Speicheluntersuchungen, Temperaturkontrollen und Nasentupfer. Forscher in Finnland sagen jedoch, dass sich der Einsatz von Hunden als günstiger, schneller und effektiver erweisen könnte.

Speziell trainierte Hunde können das Corona Virus am Flughafen von Helsinki erschnüffeln
Trainierte Hunde können das Corona Virus mit hoher Sicherheit erschnüffeln.

Nachdem Passagiere aus dem Ausland ihr Gepäck abgeholt haben, werden sie aufgefordert, sich den Hals abzuwischen, um Schweißproben zu sammeln und die Tücher in einer Schachtel zu lassen. Hinter einer Wand stellt ein Hundetrainer die Kiste neben Dosen mit unterschiedlichen Düften, und ein Hund macht sich an die Arbeit.

Die Hunde können einen mit Coronavirus infizierten Patienten in 10 Sekunden erkennen, und der gesamte Vorgang dauert eine Minute, sagen Forscher. Wenn der Hund ein positives Ergebnis signalisiert, wird der Passagier zum kostenlosen Virustest zum Gesundheitszentrum des Flughafens geleitet.

In der ersten Phase des Versuchs konnten die Hunde das Corona Virus bei einer asymptomatischen Person oder vor Auftreten der Symptome aufspüren. Sie entdeckten es früher als der PCR-Test, das am häufigsten verwendete Diagnosewerkzeug für das neue Corona Virus.

Bereits im  Juli stellten Forscher der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover fest, dass Hunde mit nur einer Trainingswoche Speichelproben von mit dem Corona Virus infizierten Personen von nicht infizierten Proben mit einer Erfolgsrate von 94% unterscheiden konnten.

Corona und Hund - Hunde können das Virus erschnüffeln

Nach nur einer Woche Training konnten acht speziell ausgebildete Hunde der Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen das Sars-CoV-2-Virus erschnüffeln. Das Team um Andreas Volk von der Stiftung Tierärztlichen Hochschule in Hannover hat diese Methode getestet und kommt zu beeindruckenden Ergebnissen: die Trefferquote auf Basis von 1.012 Proben lag bei insgesamt 94%. Die Hunde konnten 83% der positiven und 96% der negativen Proben identifizieren.

Wie geht das eigentlich genau? Die Hunde erkennen das Virus über den Geruch von Speichel oder Atemwegssekreten. Bei einer Virusinfektion kommt es zu einer biochemischen Zellveränderung. Ein entsprechend trainierter Hund kann die flüchtigen Stoffe riechen, die bei jedem Virus unterschiedlich bzw. spezifisch sind. Ganz wichtig: die Viren wurden vor dem Versuch inaktiviert also chemisch unschädlich gemacht.

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Doch nicht nur in Deutschland werden Hunde ausgebildet, um das Corona Virus zu erschnüffeln. Auch an der Universität von Pennsylvania gibt es mittlerweile neun “Corona-Tester”: acht Labradore und einen belgischen Schäferhund (Malinois). Bei Versuchen mit diesen Hunden lag die Trefferquote sogar bei 95%.

Ergänzend zu den Labortests könnte diese Methode für den Einsatz in öffentlichen Bereichen, wie z.B. an Flughäfen (siehe oben) oder bei Veranstaltungen von großem Interesse sein.

Menschen können Corona Virus auf Hunde übertragen

Wie die ZEIT ONLINE berichtete, können Menschen nach neuester Studienlage das Corona Virus durchaus auf Hunde und Katzen übertragen. Italienische Wissenschaftler hatten 540 Hunde und 277 Katzen untersucht, die in Haushalten mit Corona Patienten oder in stark betroffenen Gebieten Norditaliens, wie z.B. der Lombardei, leben. Antikörper gegen das Corona Virus konnten bei 3,4 % der Hunde und 3,9% der Katzen nachgewiesen werden, was für eine zurückliegende Infektion spricht. Die Tests aus Mund-, Nasen- und Rachenraum der Tiere waren jedoch allesamt negativ, denn die Ausscheidung der Viren endet nach ungefähr zwei Wochen.

Was bedeuten die Ergebnisse dieser Studie konkret?

Auch wenn Hunde und Katzen sich über den Menschen anstecken können, ist dies nicht gleichbedeutend mit der Vermehrung innerhalb und entsprechender Ausscheidung durch die Haustiere. Weiterhin gibt es bisher keinen Nachweis, dass Haustiere an der Infektion mit dem neuen Corona Virus sterben können.

Gesunde Menschen müssen den Kontakt zu ihren Haustieren darum keineswegs einschränken – infizierte Menschen sollten jedoch den Kontakt zur ihrem Hund oder ihrer Katze in dieser Zeit meiden. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Meldepflicht für Corona infizierte Hunde und Katzen

Seit dem 14. Juli 2020 müssen Tierärzte den Behörden melden, wenn sie ein Haustier positiv auf SARS-CoV-2 getestet haben.

Ziel der Meldepflicht ist es, einen Überblick über das Infektionsgeschehen bei Haustieren in Deutschland zu erhalten und mögliche Gesundheitsrisiken bei Mensch und Tier frühzeitig zu erkennen.

Hunde- und Katzenhalter sind jedoch nicht verpflichtet ihr Haustier testen zu lassen. Sinnvoll ist ein Test auch nur dann, wenn das Haustier entsprechende Symptome, wie etwa Atemwegsprobleme aufweist. Die Kosten für den Test werden nur übernommen, wenn das zuständige Veterinäramt diesen anordnet.

Hundehalter weniger gefährdet für COVID-19-Infektion?

Bereits im Juni 2020 stellten italienische Wissenschaftler die These auf, dass Menschen, die mit Hunden leben, möglicherweise ein geringeres Risiko haben am Corona Virus zu erkranken oder die Symptome bei einer Infektion nur sehr schwach ausgeprägt sind. Grund dafür könnte eine so genannte Kreuzimmunität sein. Denn das  “Canine Coronavirus”, das bei Hunden bereits lange bekannt ist, hat eine hohe Ähnlichkeit mit SARS-CoV-2. Wenn also Menschen einen engen Kontakt zu Hunden haben und auf diese Weise womöglich auch mit dem caninen Corona Virus in Berührung gekommen sind, könnten sie über entsprechende Abwehrmechanismen gegenüber dem neuen Corona Virus verfügen – so die Theorie.

Die These dieser “unkonventionellen biologischen Mechanismen” wurde bereits im Fachmagazin “Microbes and Infection” publiziert, bedarf jedoch noch weiterer Forschung und entsprechender Beweisführung. Darauf gekommen waren die Forscher, weil es außerhalb der Hubei Provinz in China deutlich mildere Formen der Infektion und eine schnellere Erholung von COVID-19 Patienten gab.

 

Alle Informationen rund um das Thema Corona und Hund sind in diesem Artikel zu finden.

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